Beat Kennel wurde am 14. Juni 1945 in Zürich geboren. Sein Vater war ein bekannter Kinderbuchillustrator und Beat wuchs mit seinen 4 Brüdern in Zürich-Witikon in einem unabhängigen künstlerischen Umfeld auf. Seine musikalische Basis war der amerikanische Unterhaltungsjazz der frühen 50er Jahre, wie Satchmo, Ella, Basie usw. In den späten 50er Jahren kam der konzertante, moderne Jazz hinzu, wie Miles, Mingus, Rollins, Trane etc. Dieser Sound "sozialisierte" ihn definitiv musikalisch und damit fürs Leben. 

1962 besuchte er die Kunstschule Zürich (Lehrer: Hansjörg Mattmüller - später F+F) und absolvierte anschliessend eine vierjährige Grafikerlehre bei der Werbeagentur Jean Wild AG (später Interwerba AG). 

Ab 1962 begann er Schlagzeug zu spielen und schloss sich ab 1964 dem Marcel Bernasconi Trio und den Gastsolisten Fredy Meier und Jürg Grau an. 1967 folgte eine EU-Trio-Tournee D, B, DK, CH. Das Bernasconi-Meier-Hartmann-Kennel Quartett gewann 1967 beim Bilzen Festival in Belgien den ersten Preis für europäische Amateur-Jazz-Formationen. 

Im Herbst 1967 zog er für 16 Monate nach Kopenhagen, um dort als Grafiker zu arbeiten, außerdem spielte er mit verschiedenen jungen Musikern (Mads Vinding, Torben Kjær, Lars Togeby, Torben Hertz, etc.). Er nahm kurzzeitig Schlagzeugunterricht bei Albert "Tootie" Heath und war ein reger Besucher des angesagten Jazzclubs "Jazzhus Montmarte". Hier kam er auf die Idee, in Zürich etwas Ähnliches zu machen. 

Zusammen mit Marcel Bernasconi gründete er 1969 in Zürich den Musikverein Bazillus. Es folgten ein paar Konzerte und 1970 das Open-Air-Festival in Zug. Bernasconi stieg dann aus. 

1970-2014 arbeitete er zusammen mit seiner langjährigen Partnerin, der dänischen Sängerin und Illustratorin Anne Christiansen, als selbständige Illustratoren (Atelier Kennel-Christiansen / Keecee Illustrators) für die Werbewelt. Anne gehörte bis in die Neunzigerjahre zu den grossen, internen Bazillus-Unterstützern und übernahm für 50% aller internen Projektdefizite finanziell die Mitverantwortung.

Ab 1971 realisierte Beat wegweisende Baillus-Konzerte wie den "Wiebelfetzer Workshop 1+2+3". 1971 "Kreismusik" - mit Musik von Ole Thilo mit insgesamt 50 Musikern, 4 Bühnen, Dirigent und Publikum in der Mitte. Special Guest's: Jean-Luc Ponty, John Surman, Barre Phillips, Pierre Favre u.a.

(Siehe Projekte)

1972 stellten Beat Kennel und der langjährige Mitinitiant, der Werbefachmann Dieter Schärer, das «Bazillus for Zurich» erstmals der Presse vor. So folgten 1974 die ersten Clubs in einem Keller, die "Bazillus-Workshop 1" am Albisriederplatz (74-79), die "Bazillus-Workshop 2" an der Ausstellungsstrasse (1979-2004), sowie das "Bazillus Musikrestaurant" an der Stampfenbachstrasse (80-82) und das "Bazillus Hotel Hirschen" am Hirschenplatz (84-87). 

Von 1988-2004 organisierte Kennel unter dem Namen "B-Flat" I+II+III legale und halblegale Veranstaltungsorte (speak easy), offizielle Konzerte, Festivals und Musikproduktionen, was schliesslich zum letzten "Bazillus ad hoc live club" (2004-2013) an der Ausstellungsstrasse 21 führte.

 

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Medienmitteilung der Stadt Zürich 30.06.2005

Auszeichnung für allgemeine kulturelle Verdienste der Stadt Zürich

Beat Kennel ist einer der renommiertesten Jazzveranstalter in Zürich. Sein Engagement für den Jazz dauert nun schon mehr als 30 Jahre. Mit dem Bazillus schuf er über Jahre hinweg einen Raum für die lokale Jazzszene und half damit auch unzähligen nationalen MusikerInnen zum Durchbruch im Ausland. Der Bekanntheitsgrad des Bazillus hält bis heute an – auch ausserhalb der Schweiz. Praktisch alle namhaften Schweizer JazzmusikerInnen waren zu Gast im Bazillus, etwas was es nach dem «Africana» nicht mehr gegeben hat in dieser Art. «Bazillus» und der Name «B-Flat» sind heute für die Schweizer Jazzszene Treffpunkt und Konzertlokal mit internationaler Ausstrahlung.

Für diese Leistung erhielt Beat Kennel 2005 die «Auszeichnung für allgemeine kulturelle Verdienste der Stadt Zürich».
Die Preisübergabe fand im Juni 2005  im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im «Bazillus ad hoc live club» statt.